Vincent auf dem Bahnsteig

Ein Zug fährt, langsam, kontrolliert und sicher, jedoch begleitet mit einem schier unerträglichen kreischenden Geräusch, welches manche wartenden Passagiere zusammenzucken lässt, in den Bahnhof ein. Schließlich kommt er zum Stehen, das Geräusch verebbt und Türen schieben sich gemächlich auf.

Vincent steht am Bahnsteig und beobachtet das Treiben und Geschehen.

Passagiere steigen aus und gehen ihrer Wege. Ein Zugbegleiter hat neben der Tür selbstbewusst Position bezogen. Nach nur wenigen Minuten und einem routinierten Blick auf seine Uhr, beginnt er schier unvermittelt zu rufen: „Einsteigen, bitte.“

Vincent steht etwas abseits der Überdachung und genießt die frischen Sonnenstrahlen, das Frühlingsgefühl, welche sie in ihm auslösen. Nichts ist besser, denkt er, nach einem langen kalten Winter.

„Alle einsteigen, bitte.“, hört Vincent. Dieses Mal etwas energischer, etwas lauter, etwas eindringlicher. Vincent konzentriert sich jedoch auf die Sonne, auf die Wärme, auf die leichte und angenehme Bewegung der Luft, auf den Geruch des kommenden Sommers.

„Alle bitte einsteigen! Einsteigen, bitte!“, ruft abermals der Zugbegleiter an der Tür. Plötzlich fährt ein Stich durch Vincents Bewusstsein. Zu schnell um es als Schmerz zu verstehen, wird sein Bewusstsein in eine Dunkelheit abgedrängt, aus der es nicht mehr hervorzutreten vermag. Für sein bewusstes Selbst unverständlich wurde er von einem großen Holzbalken getroffen, welcher von einem weiteren unaufmerksamen Passanten transportiert wurde. Vincent wird mit klaffender Kopfwunde zu Boden geschmettert. Den Schmerz des Aufpralls, den kalten Boden, den seine nackte Haut berührt, das alles spürt er nicht mehr.

Der Zugbegleiter wendet sich zu Vincent, der am Boden liegt, und sagt mit wütendem Ton:

„Ich habe es Ihnen gesagt! Ich habe es Ihnen dreimal gesagt!“

 

Die Moral der Geschichte: Lassen Sie es sich nicht dreimal sagen, modernisieren Sie Ihre Software!

Und die Antwort auf ungestellte Fragen: Ja, wir haben einen schrägen Humor.